Die Herkunft des
Amerikanischen
AllgemeinesDer Akita und der Amerikanische Akita haben beide ihren Ursprung in Japan. Dadurch ist die Entwicklung des Akita und des Amerikanischen Akita bis etwa 1950 fast gleich. Erst seit nunmehr fast 60 Jahren ist die Entwicklung unterschiedlich. In der Zeit von etwa 1915 bis 1947 hatte sich der Akita im Erscheinungsbild stark verändert. Durch die Einkreuzung anderer Hunderassen stand man nach dem 2. Weltkrieg vor dem schwierigen Problem, dass fast jeder Akita in seiner Linie Vorfahren hatte, die einen mehr oder weniger hohen Anteil aus Kreuzungszuchten aufwiesen. 1948 war es hauptsächlich der Rüde Goromaru-go und seine Geschwister oder Tamagumo-go und Sachinishiki-go oder Kincho-goi-go, die das neue Rassebild des Japanischen Akita prägten.
Berühmte Vertreter der Ichinoseki-Linie waren z.B. Rüden wie
Die Kongo Linie galt in Japan bereits Mitte der 50er als unerwünschte Linie, da die Nachkommen durch ihren Köperbau, Farbe und Gesichtsausdruck den Einfluss der eingekreuzten Rassen verriet, während sich gleichzeitig eine Qualitätsverbesserung bei der Ichinoseki-Linie zeigte. Zuvor hatten Kongo-Go, seine Nachkommen und damit die Dewa Linie aber viele Auszeichnungen auf Ausstellungen erhalten und dadurch eine große Nachfrage nach diesen Welpen hervorgerufen. Welpen die sowohl eine Verzögerung des Restaurationsprozesses bei den japanischen Akita als auch die Unterschiede zwischen Akita aus Japan und Amerika verursachten. Bis heute gelten in den USA die Akita aus der mittleren Periode des Restaurationsprozesses als die eigentlichen Akita. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, dass die Amerikanischen Akita ihre Charakteristika aus der Zeit um 1955, als sie importiert wurden, bis heute fast unverändert beibehalten haben. Die ersten Akita kamen bereits in den 30er Jahren in die USA. Die Schriftstellerin Hellen Keller hatte diese Hunde in Japan kennen und schätzen gelernt und brachte sie mit in ihre Heimat. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden durch die US-Soldaten einige Exemplare der durch den Krieg stark dezimierten Akita mit in die USA gebracht. Auch diese Hunde verkörperten überwiegend den Dewa oder Kongo-Go Typ. Aus diesen Hunden entwickelte sich in den Folgejahren eine beachtliche Population in den USA und 1956 wurde der Akita Kennel Club gegründet, der dann 1960 in Akita Club of America umbenannt wurde. 1972 erfolgte die Anerkennung der Rasse durch den AKC und am 12. Dezember 1972 wurde in den USA der AKC Standard für den amerikanischen Akita veröffentlicht. Gleichzeitig schloss der AKC sein Zuchtbuch für Importe aus Japan. Der fehlende Austausch zwischen dem AKC und den japanischen Verbänden führte dazu, dass sich die Akita in Japan in eine völlig andere Richtung entwickelten, als in den USA. Als der AKC sein Zuchtbuch für Japanimporte im Jahre 1992 wieder öffnete, war der Unterschied zwischen den Akita in Japan und denen in Nordamerika so groß geworden, dass man -abgesehen von den Stehohren und der gerollten Rute - nicht mehr viele Gemeinsamkeiten in den Äußerlichkeiten feststellen konnte. Anfang der 90er Jahre wurde innerhalb der FCI der Standard No. 255 für Akita dahingehend geändert, dass der japanische Typ deutlich bevorzugt wurde. Diese Entwicklung führte letztlich zur Teilung der Rasse im Jahre 2000. Damals wurde in allen FCI angeschlossen Ländern veröffentlicht:
Seit dem 01.01.2006 stellt sich wieder eine neue Situation. Der Akita - Große Japanische Hund/Great Japanese Dog - wird ab 01.01.2006 unter der Bezeichnung Amerikanischer Akita geführt.
Wenn man die beiden typischen Köpfe eines Akita und eines Amerikanischen Akita so nebeneinander sieht, dann ist es wohl nicht wirklich eine Frage, dass beide Hunde im Phänotyp so unterschiedlich sind, dass es nur 2 Rassen sein können. Um die Verwirrung nicht zu groß werden zu lassen, nachfolgend der Weg, der letztlich zu der mehrfachen Namensänderung und der Rasseteilung geführt hat: Die unterschiedliche Entwicklung des Akita in Japan und den USA nach dem 2. Weltkrieg wurde bereits angesprochen, daher nur einige ergänzende Anmerkungen dazu. Die japanische Akita Zucht konzentrierte sich nach dem 2. Weltkrieg auf Hunde vom Typ Tamagumo-Go. Dieser gilt als Ausgangshund für das neue bzw. wieder zu gestaltende Rassebild eines typisch japanischen Akita. In der amerikanischen Zucht galt Kongo-Go als das Idealbild, auf dem die Akita Zucht in den USA aufgebaut wurde.
Unschwer zu erkennen, dass es bereits bei diesen beiden Hunden vor gut 50 Jahren schon deutliche Unterschiede im Typ gab. Diese Unterschiede zwischen den beiden Akita Typen wurden immer im Laufe der Jahre immer größer und -zumindest war dies mein Eindruck- hat es den Japanern Ende der 80er gereicht und sie haben innerhalb der FCI auf ihr Recht gepocht, als Ursprungsland der Rasse sowohl den Typ, wie auch den Standard festzulegen.Den ersten wirklichen Meinungsaustausch zwischen dem Japan Kennel Club, in Person dem damaligen Präsidenten Kariyabu, und Europäischen Akita Besitzern gab es 1991 im Rahmen der Weltausstellung in Dortmund. Damals waren 105 Akita beiden Typs gemeldet. Der nächste Austausch fand im Rahmen der VDH Europasiegerschau 1993 statt. Dort wurde die erste Spezialzuchtschau des Japan Kennel Club für japanische Rassen in Europa durchgeführt und mit der Meldezahl von 300 japanischen Hunden, davon 177 Akita beiden Typs, war diese Ausstellung sicherlich ein großer Erfolg für den JKC. Diese Ausstellung hatte den Sinn, dem Japan Kennel Club einen Überblick über die Qualität der japanischen Hunde in Europa zu geben und gleichzeitig den Besitzern japanischer Rassen das gewünschte Rassebild der Japaner zu vermitteln. Die JKC Vertreter sind damals aus Europa mit der Vorstellung abgereist, dass es kurzfristig in der FCI nur noch einen Akita Typ geben darf, nämlich den japanischen Akita Typ!
Damit war klar, dass der JKC seinen eingeschlagenen Kurs beibehalten wollte. Aus diesem Grund hat der damalige AC-Vorstand beschlossen, den bereits eingeschlagenen Weg der "weichen" Umstellung des Rassebildes zu forcieren, ohne das die vorhandenen Hunde von heute auf morgen aus der Zucht genommen werden mussten. "Weich" bedeutete, Vorgaben bei den Verpaarungen zu machen, um so eine Veränderung des Rassebildes in Richtung Japan-Akita zu erreichen und damit für das erwartete Verbot der Amerika-Akita innerhalb der FCI gewappnet zu sein. Im Dezember 1996 fand in Tokio eine Besprechung der Akita Clubs statt. Eingeladen dazu waren die Vertreter der Akita Clubs aus Europa, den USA, Australien und Südamerika. Der Akita Club wurde durch Angelika Kammerscheid-Lammers und Susanne Faust vertreten. Dort wurde heftig und kontrovers diskutiert was denn nun der "richtige" Akita sei, ob man die Varietäten miteinander verpaaren darf, ob Japan als Herkunftsland und FCI-Standardgebendes Land darauf bestehen kann/darf, dass durch Änderung der Standardvorgaben praktisch ein Zuchtverbot für die amerikanischen Akita erlassen wird. Eine Einigung konnte natürlich nicht erzielt werden. Dafür lagen die Einstellungen zu weit auseinander. Ziel des JKC war es aber weiterhin innerhalb der FCI nur noch den japanischen Akita Typ zuzulassen. Am 08.11.1998 wurde der 2. Akita-Welt-Kongress im Auftrage des JKC in Hamm organisiert. Teilnehmer waren auch diesmal neben den Vertretern Japans und der europäischen Vereine wieder Vertreter aus den USA, Brasilien, sowie Dr. J.-M. Paschoud als Mitgliedes der FCI Standardkommission. Dort haben die Vertreter Japans erstmals offiziell geäußert, dass sie sich vorstellen könnten, innerhalb des FCI beiden Rassen Raum zu lassen und die Rasse in den Akita und in eine weitere Rasse (eine Vorstellung, welchen Namen diese Rasse haben könnte, gab es damals noch nicht) aufzuteilen. Am Ende der "Hammer Tage" wurde beschlossen:
Vom 03.-06.06.1999 fand in Mexiko die F.C.I. - Generalversammlung im Rahmen der Welthundeausstellung statt. Dort wurde beschlossen:
In Mexiko wurde durch die FCI zudem beschlossen:
21 Monate später, am 29.09.2001 haben die AC-Mitglieder im Rahmen der Jahreshauptversammlung mehrheitlich beschlossen, dass der Akita Club zukünftig auch den GJH/Amerikanische Akita vertritt, zumindest bis die Rasse über eine entsprechende Anzahl an Hunden, Züchtern und Personen verfügt um einen eigenen Verein im VDH zu stellen. 4 Wochen später hat der VDH die Rassebetreuung für den Großen Japanischen Hund (vormals amerikanischen Akita) offiziell auf den Akita Club übertragen. Gut 4 Jahre nach der "Wieder" - Aufnahme der Betreuung des Amerikanischen Akita durch den Akita Club fand zum 01.10.2006 der erneute Namenswechsel und FCI Gruppenwechsel statt. In der F.C.I. Gruppe 5 gibt es ab sofort wieder einen Akita und einen Amerikansichen Akita. In Wertschätzung beider Akita Typen kann man aus heutiger Sicht sehr zufrieden mit der Rasseteilung und der Existenz eines (Japanischen) Akita und eines Amerikanischen Akita in der FCI sein. Beide Rassen haben wundervolle Rassevertreter! Wichtig für einen Import aus den USA ist die genaue Prüfung der Ahnentafel vor einem Kauf! Es muss sicher sein, dass in der Ahnentafel NACH dem 31.12.1999 nur noch Hunde zu finden sind, die tatsächlich Amerikanische Akita sind. Sollte nach diesem Datum noch amerikanische und japanische Akita verpaart worden sein, kann die Ahnentafel innerhalb der FCI nicht anerkannt werden. Ein weiterer wichtiger Punkt: Der Hund benötigt unbedingt eine AKC Ahnentafel. Auf Grund eines Abkommens zwischen der FCI und dem AKC können diese Ahnentafeln übernommen werden, aber eben nur AKC Pedigrees! Wenn sie sich nicht sicher sind, gehen sie den Kauf mit Hilfe erfahrener Züchter oder des Akita Club an! |
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Auszüge aus der Akita Club Infobröschüre zum Amerikanischen Akita